Vorträge und Vernissage im Püürthuus als Zeitreise in die Vergangenheit

Gemeinsam die Schönheiten der Gebirgswelt und Talschaften genießen, allseitig erforschen, pflegen sowie vaterländische Natur- und Heimatkunde verbreiten, sind die Ideologien eines Schweizerischen Alpinisten.
(2.§ aus den Statuten des ACSS)

Am Abend des 2. Mai um 20.00 Uhr, begrüßte der Präsident der Sektion Wildhorn, Herr André Brunner die zahlreich erschienen Mitglieder und Gäste, zum Themenabend im alten Schulhaus Blankenburg. Am Anfang, kurz zum Ablauf des Abends, wurden die Redner vorgestellt und ein Wort zur Ausstellung verloren, als schon der erste Sprecher, Herr Alfred Lory, an der Reihe war. Der pensionierte Lehrer verstand es, die Zuhörer zu fesseln und mit seinen Zitaten, aus dem Protokollbuch, des damals noch Alpin Club Simmental Saanenland, äußerst bildhaft zu umschreiben.

30 Protokollbuch SAC, Tour Stockhorn Weissenburg Bad vom 29. Juli 1880

„Überaus reizend ist der neu angelegte Weg durch den dunklen, jähschluchtigen Buchenwald, ca. 15 min, nach dem Bade. Welch lauschige Plätzchen zum küssen und kosen! Doch die Göttin Aphrodite hat in diesem felsumstarrten Haine keine Kumpel und die Friedhofsstille dieser Endstation zum Jenseits verrät sich schon auf den ersten, eingefallenen, fahlen Gesichtern der zahlreichen Badegäste. Und doch Himmel und Erde berühren sich überall. Was steht da auf einem niedlichen Sitze geschrieben? – Mädchen, ich liebe dich, komm her und küsse mich! -„

Gödi Trachsel ´s schwierige Aufgabe, nach den ausschweifenden Erzählungen des Herr Lory anzuknüpfen gelang recht gut, indem er von der Neugründung der Sektion Wildhorn im Jahre 1920 berichtete. Wie auch heute, wurden damals Hochtouren, Wintertouren oder Skitouren durchgeführt. Die Klettergilde des Club´s jedoch erfreute sich immer wieder an den anspruchsvollen Tücken der Spillgerte. Neben Touren und Kletterexpeditionen sowie Besuche der Partnergemeinschaft aus der Ex-Tschecheslowakei, war aber auch die Ausbildung qualifizierter Rettungskräfte, Aufgabe der Organisation. Zuständiger im Bereich Rettungswesen, Walter Hodel, erklärte den Einsatzbereich und die enge Zusammenarbeit mit der Rega bei schwierigen Bergungen z.B. nach Lawinengängen, unzugänglichen Skiunfällen oder Gleitschirmunglücken.

Frauen im Alpin Club, eine früher undenkbare Vorstellung in den Köpfen der meisten Männer. Als das nächste Kapitel von Noemi Beuret in Angriff genommen wurde, erfüllte es sie mit einem gewissen Stolz, als JO Chefin über die kämpferische Vergangenheit der weiblichen Beteiligung des anerkannten Bergsportes erzählen zu dürfen. Denn bis ins Jahr 1918 wurde die Aufnahme einer Dame in den SAC abgelehnt, als sich 21 Gründungsmitglieder „des schwachen Geschlechtes“ entschlossen, einen Frauen Alpin Club ins Leben zu rufen. Drei Jahre später waren es schon über 600. Nachdem 1970 ein Zusammenschluss zwischen den zwei Lagern scheiterte, gelang neun Jahre später genau dies, Männer und Frauen gingen offiziell gemeinsame Wege. Laut einer Studie von 2010 betrifft die Frauenquote heute etwa 35% der rund 140 000 Mitglieder.

Ein sehr eifriges Ziel sei es außerdem, 2020 das Sportklettern Olympisch zu machen, berichtete Bernhard Riedo.

Neben der liebevoll gestalteten Ausstellung in den Gängen des Püürthuuses mit wunderschönen, harmonischen Landschaftsbildern, alten Tourenberichten sowie historische Berggängerausrüstungen, ließen sich die Veranstalter nach den Vorträgen auf keinen Fall lumpen. Zum Höhepunkt wurde ein üppiges Apero mit Fleisch, Käse & Wein aufgetischt wo es sich jedermann schmecken lassen durfte. Die Ausstellung ist noch bis zum Herbst zu bestaunen und lohnt einen Besuch. Der nächste Termin zur Feier des 150 jährigen Bestehen vom SAC findet am 6. Juni 20.00 Uhr Püürthuus statt, mit dem Thema Wildstrubelhütte vorgetragen von Peter Olf.

Alrik Dockhorn Rieben

Bericht zum herunterladen: Die SAC-Sektion Wildhorn im Wandel der Zeit

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