FK Winter vom 15. Januar 2022

Bergführer: Peter Sollberger

Als Gast durfte ich am gemeinsamen diesjährigen SAC-Tourenleiter-FK der SAC-Sektionen
Oldenhorn und Wildhorn teilnehmen. Wir haben uns zeitig am Morgen im Innergesteig
besammelt und durften coronakonform in zwei Vierergruppen mit der Sanetschbahn hochfahren.
Von dort sind wir bei anfangs eisig kalten Verhältnissen dem rechten Seeufer entlang entlang
gefellt. Dabei erläuterte Peter Sollberger alle möglichen Routen und Varianten zur Besteigung der
umliegenden Berge, und verriet den einen oder anderen neuen Weg und ein paar Geheimtipps, die
noch nicht von vielen begangen wurden.
Alsbald zeigte sich über dem Sandgrat/Arpeli die Sonne, und die Temperaturen stiegen rasch an.
Der Bergführer nutzte die schöne Morgenstimmung und erläuterte die Regeln des 3×3. Alle hörten
aufmerksam zu, und gewiss hat jeder noch das eine oder andere gelernt, das er vielleicht nicht
mehr ganz präsent hatte. Während der weiteren Tour wurde auch immer mal wieder Halt gemacht,
damit Peter Sollberger dieses und jenes erläutern konnte. Besonders wurde die mögliche
Routenführung diskutiert, die Schneeverhältnisse wurden genauestens analysiert, die Teilnehmer
überlegten die möglichen Varianten und argumentierten, welches für die gegebenen Verhältnisse
die jeweils beste Wahl sei. Schliesslich stiegen wir vom Sanetsch auf der rechten Seite, recht nah
an den Kletterfelsen im oberen Bereich, wo wir noch einige Gemsen sahen, hinauf. Der Schnee
wurde zunehmend weich in der Sonne. Wir gelangten recht mühelos zu den Leitern. Dort
erläuterte Peter Sollberger dieses und jenes zur Gruppendynamik, und wie die Teams für den
Klettersteig gebildet werden sollten. Als das alles geklärt und das Material verteilt war, stiegen
einige allein mit Klettersteigsets, die anderen paarweise am Seil die steilen Treppen und die
Leitern hoch. Oben erwartete uns ein umwerfender Blick auf den Verlorenen Berg, und bereits
wurde in der Gruppe und mit dem Bergführer rege diskutiert, wo genau man dann die Abfahrt zu
planen gedenke.
Zuerst aber ging es weiter hinauf, nun auf einer gut ausgetretenen Spur, die nicht viele Fragen
offen liess. Auf dem Gipfel des Gstellihorn waren wir nicht alleine. Recht eigentlich herrschte da
ein ziemliches Gedränge von Tourengängern. Das hinderte uns aber nicht daran, unser
mitgebrachtes Picnic zu geniessen, und mit dem Gipfelwein, den unser Bergführer wohlweislich
mitgebracht hatte, auf den schönen Tag und die gute Kameradschaft unter den Tourenleitern
anzustossen.
Hinab fuhren wir im oberen Bereich des Gstellihorn durch etwas bruchharschigen und stark
verfahrenen Schnee, was uns aber nichts ausmachte. Beim Verlorenenberg /Lapies die Bou war
der Schnee zum Teil noch recht erfreulich, und wir fanden sogar einen wunderschönen frischen
Hang, wo wir alle zeigen konnte, was für schöne Spuren wir als Gruppe ziehen können.
Schliesslich wählten wir trotz den eher prekären Schneeverhältnissen den stotzigen Weg das Öigi
hinab nach Gsteig. Das Couloir machte seinem berüchtigten Ruf alle Ehre und forderte uns mit
einigen Sprüngen und abenteuerlichen Stürzen, die zum Teil zu grossem Gelächter und
allgemeiner Erheiterung beitrugen. Es wurde einiges an Schnee gefressen, aber niemandem ist
Schaden entstanden und alle kamen heil und wohlbehalten auch über die heiklen Passagen. Und
schliesslich ging es ja auch darum, etwas aus der eigenen Komfortzone herauszukommen und zu
überlegen, wie eine gescheite Routenwahl im teils doch recht steilen Gelände zu erfolgen hat, so
dass alle in der Gruppe schliesslich sicher ans Ziel gelangten. Es folgten felsige Passagen, Steine
und Steine und noch mehr Steine, und zum Schluss hatten wir das Vergnügen, einen grossen alten
Lawinenkegel zu durchqueren, was dann kraftmässig doch ziemlich in die Beine ging.
Geübt und im Team diskutiert wurden alle Aspekte der erfolgreichen Tourenplanung, der
Gruppenleitung, der Sicherheit aller Teilnehmenden und immer wieder die Frage nach der besten
Routenwahl. Es war meeeega interessant und wir haben natürlich auch die prächtigen
Wetterverhältnisse bei bester Stimmung genossen! Tuusig Dank an Bergführer Peter Sollberger
für die Führung und den spannenden Kurs, und allen Teilnehmern ein grosses Merci für den
Einblick in eure Arbeit – also ich würde jederzeit mit jedem von euch auf eine Tour mitkommen,
Ihr seid einfach SUUUUPER!

Sabine Reber

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Bericht zum herunterladen: Gstellihorn

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