Tourenbericht SAC Skitour Hockenhorngrat-Daubenhorn-Wildstrubel

Datum: Sonntag, 24. März bis Dienstag 26. März 2019

Tourenleiter Peter Gempeler Teilnehmer Heidi Gempeler, Ursula und Charles Hählen, Willy Vock, Manfred Lempen, Ernst Gempeler

Am Sonntag Morgen besammelten wir uns um 05.45 Uhr auf dem Bahnhof Zweisimmen für die Bahnfahrt nach Goppenstein und Busfahrt nach Wiler im Lötschental. Mit den Bergbahnen fuhren wir anschliessend auf den Hockenhorngrat. Nach kurzem Marsch und dem Deponieren der Skis bestiegen wir zu Fuss das 3293 Meter hohe Hockenhorn. Die anschliessende Abfahrt mit den Skis zur Lötschenpasshütte auf 2690 MüM führte auf Hartschnee teilweise über das Trasse der Pistenmaschine. Nach kurzer Stärkung bei der Hütte stiegen wir bei recht warmen Temperaturen auf die 2912 MüM gelegene Gizzifurgge. Die Abfahrt ins rund 1500 Höhenmeter tiefere Leukerbad war ein Genuss. Der über weite Teile der Abfahrt vorhandene herrlich leichte Sulzschnee verlockte immer wieder die schönsten Hänge zu suchen. Ernst bevorzugte in Leukerbad noch ein Bad zu geniessen und wir anderen genossen das wunderbare Wetter auf der Terrasse beim Restaurant Weidstübli an der Skipiste. Um 16.00 Uhr fuhren wir alle mit der Luftseilbahn auf die Gemmi um im Hotel Wildstrubel unser Nachtquartier zu beziehen. Die schönen Zimmer und das gute Nachtessen entschädigten uns für die Anstrengungen des Tages.
Am Montag Morgen verliess uns Ernst schon um 6.00 Uhr um auf den Wildstrubel aufzusteigen und durch das Strubelcouloir nach Lenk abzufahren. Er hatte noch einen Zahnarzttermin. Wir anderen verliessen die Hütte um viertel vor Acht Uhr um auf das Daubenhorn aufzusteigen. Schon bald sahen wir wie angekündigt die Nebelbänke von Kandersteg her bis auf die Gemmi vorstossen und vom Norden her zum Wildstrubel aufsteigen. Nachdem wir bei einem Hüttlein auf dem Lämmerenboden das nicht benötigte Material deponierten, bestiegen wir bei schönstem Sonnenschein das 2941 Meter hohe Daubenhorn. Der Tiefblick auf das 1500 Meter tiefer liegende Leukerbad war eindrücklich. Wegen der immer mehr von allen Seiten auftauchenden Nebelbänken entschlossen wir uns nach kurzem Verpflegungshalt unterwegs bald wieder auf den Lämmerboden abzufahren. Die Schneeverhältnisse waren recht gut aber kurz vor dem Talgrund wurde es schon etwas blind und der Gipfel des Daubenhorns war kaum mehr sichtbar. Nach dem Aufstieg zur ca 200 Meter höher gelegenen Lämmerenhütte auf 2507 MüM hatten wir genügend Zeit um uns auszuruhen und zu stärken. Das frühe Eintreffen in der Hütte bewährte sich, denn schon bald fing es heftig an zu Stürmen und zu Schneien. Die Wetterprognosen stimmten uns aber zuversichtlich, die Tour am Dienstag weiterführen zu können. Nach dem Nachtessen verzogen wir uns schon bald in das Nachtlager um am Morgen für den Aufstieg zum Wildstrubel fit zu sein. Während der Nacht stürmte es heftig um die Hütte und es fiel rund 20 cm Neuschnee. Nachdem sich am Morgen immer mehr die Sonne zeigte entschlossen wir uns zum Abmarsch um den rund 750 Meter höheren Wildstrubel zu besteigen. Trotz schönem Sonnenschein empfing uns auf dem Wildstrubelgletschers schon bald ein kräftiger Wind mit Schneetreiben und es wurde kälter. Ein uns kurz unter dem Gipfel entgegenkommender Tourenfahrer rief uns zu „dort oben herrschen Sibirische Verhältnisse“. Und er hatte recht! Auf dem Mittelstrubel war es kalt und stürmisch, an einen Verpflegungshalt war nicht zu denken. Wir hofften aber, dass wir dann im Ammertental vom Wind etwas geschützt sein werden und freuten uns auf die Abfahrt. Beim Traversieren über den
Mittelstrubel zum Sattel, wo die Abfahrt ins Ammertental beginnt, hiess es möglichst zusammenzubleiben um den Kontakt unter der Gruppe nicht zu verlieren.
Unsere Hoffnungen auf etwas weniger heftigen Sturm im Ammerten erfüllten sich leider nicht. Im Gegenteil – es fegten mit eisigen Schneekristallen durchmischte Orkanböen über uns weg, was den Tourenleiter dazu bewegte, die Gruppe unterhalb des Gletscherabbruchs hinter einem kleinen Felsen etwas geschützt für kurze Zeit abliegen und den heftigsten Sturm vorbeiziehen zu lassen. Das war eine gute Entscheidung und brachte Ruhe und Sicherheit in die Gruppe. Die weitere Abfahrt durch das Ammertental bei guten Sichtverhältnissen und Sonnenschein konnten wir trotz nicht ganz einfachen Verhältnissen in dem rund 20 cm hohen Neuschnee voll geniessen. Peter suchte dank seinen guten Ortskenntnissen und seiner grossen Erfahrung immer die sicherste Variante im Gelände und wir Teilnehmer folgten ihm diszipliniert mit dem nötigen Abstand nach. Der Neuschnee war herrlich zu fahren. Weiter unten war dann vom Wind weniger mehr zu spüren wir genossen die Abfahrt bis fast zum Restaurant Simmenfälle bei schönem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.
Zufrieden und beeindruckt vom Erlebten während den drei Tagen löschten wir im Restaurant Simmenfälle noch den grössten Durst und waren glücklich, dass alle gesund wieder im Simmental angekommen sind.
Ein grosser Dank geht an Heidi und Peter Gempeler für die Organisation der drei erlebnisreichen Tage, aber speziell an Tourenleiter Peter für die sichere und ruhige Führung auch in „stürmischen Zeiten“. Wir waren eine gute und disziplinierte Gruppe.

Zu Fuss bewältigte Höhenunterschiede: Aufstiege 2000 M, Abfahrten 4800 M

Fotos siehe Bildergalerie auf Homepage

Manfred Lempen

Bericht zum herunterladen: Hockenhorngrat

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