Leiterin Andrea Krieg
Teilnehmer Dubach Ruth und Fritz, Riedo Bernhard, Amsler Hans und Ursula

Die grauen Nebelschwaden hingen tief als wir am Samstagmorgen um 7 Uhr beim Strassen-Inspektorat in Mannried auf einander warteten. Andrea konnte noch vor der Züglete in den Verkehr einfädeln und Fritz, der die Verspätung verursachte, eben erst am Ende. Mit 2 Autos kurvten wir durch erhebliche Regengüsse Richtung Thun und hinauf nach Sigriswil. Auf einem schmalen Strässchen konnten wir bis hinauf zum Parkplatz Skilift Wilerallmi – Bodmi auf 1200 m ü.M. fahren. Da es inzwischen auch hier regnete, beschlossen wir auf dem geteerten Strässchen nach Schwanden zu fahren um bei einem netten Kaffee die weiteren Cabriolen des Wetters abzuwarten. Das war leichter gesagt als getan, denn schon nach ein paar Metern blieben wir stecken hinter einem Alpwirtschaftsbetrieb. Zurück auf dem Parkplatz waren wir einstimmig der Meinung, dass man halt jetzt Kaffee und Regen hin oder her die Tour in Angriff nahm.
Um 8.45 Uhr waren wir startklar und inzwischen hatte es auch aufgehört zu regnen. Auf einem schönen Wanderweg durch den Wald erreichten wir die Alp Unterberg auf 1657 m ü.M. Obwohl es ein trüber nasser Morgen war, fanden wir hier einen geeigneten Picknickplatz. Frisch gestärkt stiegen wir durch die Alpweid hinauf, als wir vom einsetzenden Landregen zum montieren des Regenzeugs eingeladen wurden. Dank diesem Halt unter einer Schärmtanne sahen wir einen Birkhahn. Unter den philosophischen Wetterdeutungen von Fritz suchten wir in den Nebelschwaden den weiteren Verlauf des Bergweges. Kaum hatte sich der Nebel verzogen stolzierte ein weiterer Birkhahn in unmittelbarer Nähe des Weges herum. Als er uns in unserem bunten Regenaufzug erblickte, flog der imposante Vogel auf und davon. Mittlerweilen hatten wir die Waldgrenze erreicht und wir durchwanderten lichten Wald mit blühenden Erikastauden. Ab und zu musste auch noch ein Schneefeld durchquert werden. Vorbei an blühenden Krokusfelder und Soldanellen erreichten wir die Alp Oberberg auf 1818 m ü.M. Hier oben wehte ein feines Lüftchen und die Regenwolken fuhren weiter um andere zu beglücken. Beim Einstieg zum Gipfelanstieg konnten wir das Regenzeug wieder einpacken. Die letzten Höhenmeter stiegen wir durch griffigen Karstfels. Unser Ziel das Sigriswiler Rothorn erreichten wir in ca. 3 Stunden. Genau zum richtigen Zeitpunkt waren wir oben und hatten eine prächtige Rundsicht ohne Regen. Wir genossen den Ausblick ins Mittelland, den Thunersee, und das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Rund ums Stockhorn auf der gegenüber liegenden Seeseite braute sich schon wieder der nächste Wolkenbruch zusammen, was uns dazu bewog möglichst zügig abzusteigen. Kaum hatten wir die leichte Kletterei hinter uns, war wieder Regenmontur angesagt. Ein leichtes „Rägeli“ begleitete uns hinunter zur Alp Oberberg. Unter dem Vordach der Alphütte fanden wir den idealen Platz für die Mittagsrast. Auch die Dohlen fanden Gefallen an unserem vielfältigen Picknick. Allmählich verzogen sich die letzten Regenwolken und der Niesen bekam einen Hut, was bedeutet das Wetter ist gut. Bei schönstem Sonnenschein setzten wir unsere Wanderung fort. Der Abstieg erfolgte über Bodmi und Alpiglen. An diesem Wegstück durch den lichten Wald blühten zahlreiche sattgelbe Flühblumen an den Felsenwänden, hellblaue Kugelblumen, blaue Enziane und dunkelrote Erikastauden um die Wette. Ueber einen Zickzackweg durch einen steilen Wald hinunter erreichten wir Bodmi. Auf dem letzten Stück über die Alpweiden genossen wir die warmen Sonnenstrahlen und liessen unsere Hosen trocknen. Nach gut 6 Stunden erreichten wir den Parkplatz wieder.
Beim Abschliessenden Umtrunk im Adler in Sigriswil waren wir einhellig der Meinung, dass unsere Bergtour sich sehr gelohnt hat. Es wäre Sünd und Schade gewesen, wenn wir umgekehrt hätten. Vielen Dank Andrea.

28. Mai 2016 / Ursula Amsler

Bericht zum herunterladen: Sigriswiler Rothorn

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