Skihochtour Sustengebiet, 26. – 28. April 2022

Tag 1: Bleibt der Schnee an den Fellen kleben, schmier ‘se ein mit ‘nem Apfel mal eben.

Die bereits teilgeöffnete Susten-Passstrasse erlaubte uns eine motorisierte Fahrt bis Steingletscher (1895 m). Nach kleiner Stärkung bei Kaffee und Haslichueche nahmen wir den Aufstieg zur Tierberglihütte (2795 m) in Angriff. Die eher garstigen und winterlichen Wetterverhältnisse (nasser Schneefall) ermöglichten nur einen eingeschränkten Blick auf die imposante Bergwelt und insbesondere auf die eindrückliche Kulisse des abbruchgefährdeten Steingletschers am Bockberg. Die vorsichtige Routenwahl nahe am Felssporn erlaubte jedoch einen sicheren Aufstieg. Nur die Stollen an den Fellen machten dem Schreibenden stark zu schaffen. Fellwachs half nur halbwegs, erst das Einreiben mit der offenen Fläche eines halben Apfels schaffte (zum Erstaunen der Profis) definitiv Abhilfe. Nebst uns war nur noch eine 6er Gruppe in der Hütte anwesend, vorzügliche Platzverhältnisse für die frühe Nachtruhe.

Tag 2: Scheinen auch die Konditionen optimal, bleib vorsichtig in der Routenwahl.

Kaiserwetter wie angekündigt. Abmarsch kurz vor 8. Zuvorkommend überliessen wir der anderen Gruppe das Spuren Richtung Sustenhorn. Nach ca. 3 Std. Aufstieg kurzer Fotohalt auf dem windigen Gipfel (3502 m). Etwas unterhalb des Gipfels dann Verpflegungshalt. Vor dort aus sahen wir, dass an der Ostflanke des Gwächtenhorns eine Lawine niedergegangen war, welche bis zu der Aufstiegsroute reichte. Mehrere Personen waren offenbar vor Ort und die REGA bereits im Anflug. Eine Person einer Zweiergruppe hatte offenbar am sehr steilen Einstieg des Osthanges den Rutsch ausgelöst und wurde mitgerissen. Nach kurzer Abfahrt stiegen wir zum Gwächtenhorn (3404 m) auf. Auf dem Gipfel trafen wir auf den Tourengänger, welcher die verschüttete Person mittels LVS geortet hatte und nach 10 Minuten einigermassen unversehrt ausgraben konnte. Ruhe bewahren und konzentriertes Suchen konnten Schlimmeres verhindern.
Angenehmes Frühlingswetter erlaubte uns, die imposante Rundsicht zu geniessen und uns auf eine Abfahrt auf sicherer Route vorzubereiten.

Tag 3: Ist ein herumliegender Pickel nicht wirklich dein, könnt er einem Belgier verlustig sein.

Frühstück um 6 war angesagt und nochmals Kaiserwetter. Der Schreibende bevorzugte seine Kräfte für die Abfahrt aufzusparen, währenddem die 3 Profis Peter, Rahel, und Marcus locker vor dem «Znüni» via Ostgrat den Vorder Tierberg (3090 m) unter die Felle nahmen. Der Gipfel wurde per pedes erklommen. Die guten Verhältnisse erlaubten sogar einige Pulverschwünge auf der Abfahrt zurück zur Tierberglihütte. Die anschliessende Abfahrt über den Steigletscher und vorbei an dessen imposanter Abbruchstelle brachte alle Varianten von Schneeverhältnissen mit. Gute Traditionen soll man nicht brechen. Unten in der Lodge Steingletscher war wiederum Kaffee und Kuchen angesagt. Ob der von Rahel auf der Abfahrt gefundene Pickel seinen Weg nach Belgien wohl gefunden hat?

Ein herzlicher Dank geht an Peter Gempeler für die kundige Führung.

Teilnehmer: Peter Gempeler (Organisation und Führung, Rahel und Marcus Scherer-Trachsel, Peter Camponovo (Bericht).

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